Hohe Arbeitsbelastung im Marketing: Warum mein Sakralzentrum streikte

Hohe Arbeitsbelastung im Marketing: Warum mein Sakralzentrum streikte

Spät am Sonntagabend sitze ich in meiner Wohnung in der Karlsruher Südstadt, der Tee ist längst kalt geworden und schmeckt eigentlich nur noch nach bitterem Papier. Es ist jetzt Woche 55 ohne festen Job – über ein Jahr ist es her, seit ich meinen Posten als Senior Marketing Managerin hingeschmissen habe. Ohne Plan B, aber mit einem Körper, der sich anfühlte wie eine leere Batterie, die man versucht hat, mit einem Kurzschluss wiederzubeleben. Mein Sakralzentrum hat nicht nur gestreikt, es hat quasi die Koffer gepackt und ist ausgezogen.

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Letzten Mittwoch kam wieder so eine Mail von einem Headhunter rein. Eine spannende Stelle in einem Berliner Startup, "Hands-on-Mentalität" gesucht, "proaktives Gestalten", das ganze Bullshit-Bingo. Früher hätte ich sofort geantwortet, meinen Lebenslauf poliert und mich in die Schlacht gestürzt. Heute starre ich auf den Bildschirm und spüre... nichts. Oder eher: ein dumpfes Nein tief in meiner Magengegend. Das ist das Problem, wenn man zwölf Jahre lang dachte, man müsse ein Manifestor sein, während man eigentlich ein Generator ist.

Kleiner Hinweis zwischendurch: In diesem Text sind Affiliate-Links enthalten. Wenn du darüber ein Reading buchst, erhalte ich eine Provision, aber für dich ändert sich am Preis absolut gar nichts. Ich teile hier nur Dinge wie das Basis Reading, die ich selbst auf meinem Weg aus dem Burnout genutzt habe. Mehr dazu findest du auf meiner Über-mich-Seite.

Das Manifestor-Mantra und der langsame Kollaps

In der Marketing-Welt wird man darauf getrimmt, Dinge zu initiieren. Du musst die Kampagne erfinden, du musst den Markt aufmischen, du musst die Erste sein, die den Trend sieht. Ich habe das zwölf Jahre lang gemacht. Ich dachte, Erfolg bedeutet, morgens aufzustehen und die Welt mit purer Willenskraft zu biegen. Ich habe Strategien entworfen, Teams geleitet und Projekte aus dem Nichts gestampft. Aber ich habe mich dabei immer gefühlt, als würde ich einen schweren Wagen bergauf schieben, während die Räder quadratisch sind.

Was ich damals nicht wusste: Etwa 70 Prozent der Menschen sind Generatoren (oder Manifestierende Generatoren). Wir haben diesen unglaublichen Motor, das Sakralzentrum. Es ist einer der insgesamt 4 Motoren im Human Design System. Aber dieser Motor funktioniert nicht wie ein Anlasser, den man beliebig drehen kann. Er ist ein Resonanz-Motor. Er braucht einen Impuls von außen, auf den er antworten kann. Wenn wir versuchen, wie ein Manifestor zu initiieren – also Dinge einfach aus dem Kopf heraus zu starten –, dann brennen wir aus. Und genau das ist mir im Mai 2025 passiert.

Nahaufnahme eines Notizbuchs mit der handschriftlichen Notiz Ich kann nicht mehr.

Der Moment, in dem das Notizbuch schwerer wurde als die Arbeit

Ich erinnere mich noch gut an den Tag im letzten Frühsommer, kurz vor meiner Kündigung. Ich saß in der S-Bahn nach Durlach und hatte mein Notizbuch auf dem Schoß. Das raue Leinen-Cover meines Notizbuchs unter meinen Fingern fühlte sich plötzlich so fremd an. Ich wollte meine To-do-Liste für die Woche schreiben, aber meine Hand zitterte so sehr, dass ich nur drei Worte hinkriegte: "Ich kann nicht mehr". Es war kein dramatischer Zusammenbruch mit Tränen, es war eine totale energetische Windstille.

Mein Körper hat einfach den Stecker gezogen. In den 9 Zentren meines Bodygraphs war das Sakralzentrum wahrscheinlich tiefrot markiert – aber nicht vor Energie, sondern vor Entzündung. Ich hatte keine Antwort mehr auf die Fragen meines Chefs, keine Lust mehr auf die nächste Landingpage. Ich funktionierte nur noch wie ein Roboter mit schwachem Akku. Damals dachte ich, ich sei einfach schwach oder unfähig. Ich sah die anderen in der Agentur, die scheinbar mühelos 60 Stunden kloppten, und dachte mir: Alle anderen schaffen das Pensum doch auch. Warum liege ich im Februar stundenlang auf dem Sofa und starre die Raufasertapete an, als gäbe es dort die Antwort auf alle meine Lebensfragen?

Das Basis Reading: Wenn die Erlaubnis von außen kommt

Im letzten November, als ich schon ein paar Monate arbeitslos war und mich eigentlich nur noch schlechter fühlte, weil ich immer noch keinen "Plan" hatte, buchte ich mein erstes Basis Reading. Ich war skeptisch. Ich bin eine Frau der Zahlen, Daten, Fakten. Aber als der Reader mir erklärte, dass ich als Generator darauf warten darf, dass das Leben mir etwas serviert, fiel mir ein Stein vom Herzen. Er sagte diesen einen Satz: "Du musst gar nichts neu erfinden, du darfst antworten".

In diesem Moment spürte ich ein tiefes, fast erschrockenes Aufatmen in meiner Brust. Es war die Erkenntnis, dass meine gesamte Karriere auf einem Missverständnis basierte. Ich hatte versucht, eine Energieform zu imitieren, die ich gar nicht besitze. Ich habe mich als Manifestor-Maske verkleidet und mich gewundert, warum das Kostüm so eng ist und mich abschnürt. Das Reading war kein Wunderheilmittel, aber es war die erste logische Erklärung für meine Erschöpfung, die nicht mit "du bist depressiv" oder "du bist faul" endete.

Ein Tablet mit einem Human Design Chart neben alten Marketing-Unterlagen.

Warum gerade Marketing-Freelancer im Hamsterrad landen

Besonders schwierig ist das Ganze für uns Marketing-Leute, wenn wir uns selbstständig machen wollen. Ich versuchte im letzten Herbst krampfhaft, ein eigenes Beratungsprojekt zu starten. Ich saß in Cafés in der Weststadt, wollte meine Website aufbauen, wollte Kunden akquirieren. Ich dachte, ich muss jetzt "rausgehen" und mich verkaufen. Aber mein Körper weigerte sich, auch nur eine einzige Website-Zeile zu tippen. Es war wie eine unsichtbare Mauer.

Das ist die Falle für Generatoren in der Startup- und Freelancer-Welt: Der finanzielle Druck zwingt uns dazu, ständig zu initiieren. Wir glauben, wir müssen Kaltakquise machen (was für die meisten Generatoren der Vorhof zur Hölle ist) oder ständig neuen Content raushauen, nur um gesehen zu werden. Aber wenn da kein sakrales "Ja" ist, keine Freude an der Sache selbst, dann produzieren wir nur heiße Luft, die niemanden erreicht und uns selbst auffrisst. Ich habe gelernt, dass Netzwerken als Generator ganz anders aussehen muss – es geht darum, sichtbar zu sein und dann auf Anfragen zu reagieren, statt Leute zu jagen.

Das sakrale Nein und die Angst vor der Lücke

Trotz all dem Wissen mache ich immer noch Fehler. Vor etwa drei Monaten im Frühsommer hatte ich ein Angebot für ein Projekt. Es klang vernünftig, das Geld war gut, mein Verstand schrie: "Nimm es an, dein Erspartes schmilzt!". Aber mein Sakralzentrum hat eindeutig Nein gesagt. Mein Bauch hat sich zusammengezogen, ich hatte schlechte Laune, sobald ich nur an das Briefing dachte. Und was habe ich gemacht? Ich habe trotzdem zugesagt.

Zwei Wochen später lag ich wieder flach. Eine fette Erkältung, die mich zwang, das Projekt abzusagen. Mein Körper lässt mich nicht mehr lügen. Die Strategie des Wartens ist verdammt schwer auszuhalten, wenn man gewohnt ist, die Macherin zu sein. Aber jedes Mal, wenn ich versuche, den Prozess abzukürzen, lande ich wieder auf meinem Sofa in Karlsruhe und schaue die Zimmerdecke an. Es ist ein mühsamer Lernprozess, die Frustration im Job (oder bei der Suche) als Wegweiser zu sehen und nicht als Feind.

Blick aus einem Fenster in der Karlsruher Südstadt bei Dämmerung.

Ein vorsichtiger Ausblick (mit kaltem Tee)

Ich bin noch lange nicht am Ziel. Manchmal überkommt mich die Panik, wenn ich sehe, wie meine ehemaligen Kollegen auf LinkedIn ihre Beförderungen feiern. Aber dann erinnere ich mich an das Gefühl im Basis Reading – diese Erleichterung, dass ich nicht kaputt bin, sondern nur falsch kalibriert. Wenn du selbst im Marketing arbeitest und das Gefühl hast, ständig gegen eine Wand zu rennen, schau dir vielleicht mal dein Design an. Es ersetzt keinen Besuch beim Hausarzt – bitte, wenn du körperlich am Ende bist, such dir medizinische Hilfe –, aber es kann dir helfen zu verstehen, warum dein Motor streikt.

Vielleicht ist es Zeit, die Manifestor-Maske abzulegen. Vielleicht ist es Zeit zu akzeptieren, dass wir als Generatoren nicht dafür da sind, die Welt zu jagen, sondern darauf zu antworten, was sie uns vor die Füße legt. Ich übe das jetzt. Jeden Sonntagabend aufs Neue. Manchmal klappt es, manchmal liege ich einfach nur da. Und das ist okay. Falls du tiefer graben willst, wie deine berufliche Laufbahn eigentlich aussehen könnte, kann ich dir das Business Reading empfehlen, das mir später half, die Lücken in meinem Lebenslauf weniger als Makel und mehr als notwendige Ruhephasen zu sehen.

Es wird dunkel draußen über der Südstadt. Der Tee ist jetzt wirklich ungenießbar. Ich klappe das Notizbuch zu. Für heute reicht es. Nächste Woche schaue ich vielleicht mal wieder in meine Mails – aber nur, wenn mein Bauch mir das Signal gibt.

Mal kurz:
Was Sie hier lesen, spiegelt meine persönliche Erfahrung wider — keine professionelle Beratung. Informieren Sie sich eigenständig und konsultieren Sie die entsprechenden Fachleute, bevor Sie Änderungen an Ihrer Gesundheit, Ernährung oder Ihren Finanzen vornehmen.